{"id":237,"date":"2011-05-17T20:14:39","date_gmt":"2011-05-17T19:14:39","guid":{"rendered":"http:\/\/ichthys-consulting.de\/blog\/?p=237"},"modified":"2012-04-22T00:16:58","modified_gmt":"2012-04-21T22:16:58","slug":"der-schmerz-der-palastinenser-und-ihre-verantwortung-von-shlomo-avineri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ichthys-consulting.de\/blog\/der-schmerz-der-palastinenser-und-ihre-verantwortung-von-shlomo-avineri\/","title":{"rendered":"Der Schmerz der Pal\u00e4stinenser und ihre Verantwortung &#8211; von Shlomo Avineri"},"content":{"rendered":"<link rel=\"shortcut icon\" href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/PR-Icon\/Icon.ico\" \/><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/apis.google.com\/js\/plusone.js\"> {lang: 'de'} <\/script>Die Versuche von Seiten der extremen Rechten in Israel, den arabischen B\u00fcrgern des Landes zu verbieten, der Nakba zu gedenken, sind b\u00f6sartig, t\u00f6richt und zum Scheitern verurteilt. Allerdings sind auch die Initiativen der extremen Linken, die darauf abzielen, den Nakba-Tag zu einem gemeinsamen Gedenktag aller B\u00fcrger Israels zu machen, zum Scheitern verurteilt. Israel ist kein binationaler Staat, und bei aller Liberalit\u00e4t und Humanit\u00e4t, ist es schwer, Sieg und Niederlage auf gleiche Weise zu behandeln. Was von der j\u00fcdischen Mehrheit gefordert werden kann, ist, der Trauer der Pal\u00e4stinenser respektvoll zu begegnen.<br \/>\n.<br \/>\nDas Hindernis, das bislang jedem ernsthaften Versuch in dieser Richtung im Wege gestanden hat, ist die Art und Weise, in der die Nakba im pal\u00e4stinensischen Narrativ dargestellt wird. Liberale Israelis m\u00fcssen aufrichtig genug sein, sich gerade auch mit dieser Frage auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Erstens, ist der blo\u00dfe Begriff \u201eNakba\u201c, dessen arabische Bedeutung am ehesten \u201eUngl\u00fcck\u201c ist \u2013 als ob von einer Naturkatastrophe die Rede w\u00e4re und nicht vom Ergebnis menschlichen Handelns -, ein Ausweichen vor dem historischen Kontext der Ereignisse. Die \u201eNakba\u201c war kein Ungl\u00fcck; sie war das Ergebnis einer milit\u00e4rischen und politischen Niederlage, die von politischen Entscheidungen herr\u00fchrt, f\u00fcr die es Verantwortliche gab.<\/p>\n<p>Zweitens, h\u00f6rt man \u2013 wenngleich innerhalb der arabischen Welt im Allgemeinen und bei den Pal\u00e4stinensern im Besonderen wenig Neigung besteht, sich mit der Shoah zu besch\u00e4ftigen \u2013 mitunter Vergleiche zwischen der Nakba und der Shoah. Dieser Vergleich beruht auf moralischer Abstumpfung: Was den Pal\u00e4stinensern 1947-48 widerfuhr, war das Ergebnis eines Krieges, in dem sie besiegt wurden. Die Shoah war ein systematisch geplanter Massenmord. Die sechs Millionen in der Shoah ermordeten europ\u00e4ischen Juden waren nicht gegen Deutschland in den Krieg gezogen. Die deutschen Juden waren gerade gute deutsche Patrioten, und ein betr\u00e4chtlicher Teil der osteurop\u00e4ischen Juden sah in der deutschen Kultur den Gipfel der europ\u00e4ischen Kultur.<\/p>\n<p>Drittens, und dies ist die Hauptsache: Der pal\u00e4stinensische Diskurs setzt sich nicht mit der Tatsache auseinander, dass es arabische politische Entscheidungen waren, die das schlimme Ungl\u00fcck \u00fcber die pal\u00e4stinensische \u00d6ffentlichkeit brachten. Es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende von Artikeln und B\u00fcchern auf Arabisch, die sich mit dem Krieg von 1948 besch\u00e4ftigen, und es gibt lehrreiche Analysen zu den Gr\u00fcnden der milit\u00e4rischen Niederlage. <strong>Aber bis heute besteht nicht die Bereitschaft dazu, sich mit der einen schlichten Tatsache auseinanderzusetzen: Die Entscheidung, gegen die Teilungsresolution der UNO in den Krieg zu ziehen, war ein schlimmer politischer und moralischer Fehler der arabischen Welt.<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4tten die Pal\u00e4stinenser und die arabischen Staaten den Teilungsbeschluss akzeptiert, w\u00e4re Pal\u00e4stina schon seit 1948 ein unabh\u00e4ngiger Staat, und das Problem der Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tte nie existiert. <strong>Nicht die Gr\u00fcndung des Staates Israel schuf das Fl\u00fcchtlingsproblem, sondern der Krieg der Araber gegen die Gr\u00fcndung des j\u00fcdischen Staates in einem Teil des Landes Israel.<\/strong><\/p>\n<p>Den Israelis, die nach Vers\u00f6hnung streben, muss es erlaubt sein, von der arabischen Seite zu fordern, dass sie sich diesen Fragen stellt. So wie es unm\u00f6glich ist, die Vertreibung von zw\u00f6lf Millionen Volksdeutschen aus Osteuropa nach 1945 vom deutschen \u00dcberfall auf Polen 1939 abzukoppeln, so unm\u00f6glich ist es, von der moralischen Dimension der arabischen Entscheidung, Krieg gegen die Idee der Teilung zu f\u00fchren, abzusehen: Wenn man in den Krieg zieht und ihn verliert, dann bringt dies Ergebnisse mit sich, selbst wenn man den Sieger nicht von der Verantwortung f\u00fcr seine Taten freisprechen kann.<\/p>\n<p><strong>Wenn wir uns also auf eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung zubewegen, kann man von der arabischen Seite ein gewisses Ma\u00df an Selbstkritik erwarten \u2013 etwa in der Art, wie sie S. Yizhars Buch \u201eHirbet Hizah\u201c im israelischen Diskurs symbolisiert.<\/strong> Dies w\u00fcrde es den Israelis erheblich erleichtern, Anteil am Schmerz der Pal\u00e4stinenser zu nehmen.<\/p>\n<p>Die Knospen der demokratischen Entwicklung in der arabischen Welt m\u00fcssen die Hoffnung wecken, dass eines der Ergebnisse dessen, was auf dem Tahrir-Platz vor sich gegangen ist, ein kritischer Diskurs sein wird \u2013 der Beginn der Befreiung auch vom Unverm\u00f6gen, einen kritischen Blick in den Spiegel zu werfen.<\/p>\n<p>(14.05.011 Shlomo Avineri ist Emeritus f\u00fcr Politische Wissenschaften an der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem.)<\/p>\n<p>Mehr Informationen \u00fcber biblische Wahrheiten im Gesch\u00e4ftsleben finden Sie in dem Buch\/eBook von Autor Uwe Melzer mit dem Titel: <strong><a href=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/\">50 biblische Erfolgsgrundlagen im Gesch\u00e4ftsleben.<\/a><\/strong> Dieses Buch\/eBook ist erschienen im <strong><a href=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/autor\/Uwe-Melzer\/2518\">epubli-Verlag unter ISBN: 978-3-8442-0365-3.<\/a><\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/autor\/Uwe-Melzer\/2518\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/Grafik-B50-epubli-Verlag.jpg\" title=\"Buch epubli Verlag\" width=\"389\" height=\"26\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/50-biblische-Erfolgsgrundlagen-Gesch%C3%A4ftsleben-ebook\/dp\/B005DM057I\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;qid=1311241150&#038;sr=8-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/Grafik-B50-Amazon-de-Kindle-Shop.jpg\" title=\"Buch Amazon.de Kindle-Shop\" width=\"380\" height=\"37\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.50-erfolgsgrundlagen.de\/Grafik-Buch-B50-H150.jpg\" title=\"50 Erfolgsgrundlagen\" width=\"101\" height=\"150\" \/><\/a>&#8230;&#8230;&#8230;.<a href=\"https:\/\/www.rettung-fuer-deutschland.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rettung-fuer-deutschland.de\/Grafik-Logo-RfD-150.jpg\" title=\"RfD Rettung f\u00fcr Deutschland\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>&#8230;&#8230;&#8230;.<a href=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wissen-agentur.de\/Grafik-Logo-Wissen.jpg\" title=\"WISSEN Agentur Mittelstandsberatung\" width=\"154\" height=\"107\" \/><\/a><\/p>\n<p><\/a><a href=\"https:\/\/www.ichthys-consulting.de\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.ichthys-consulting.de\/Grafik-Logo-WP-Ichthys.jpg\" title=\"ICHTHYS CONSUTLING\" width=\"40\" height=\"144\" \/><\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.rettung-fuer-deutschland.de\/\">Rettung f\u00fcr Deutschland<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ichthys-consulting.de\">ICHTHYS-CONSULTING<\/a><\/strong><br \/>\nchristliche Unternehmensberatung<br \/>\nUwe Melzer<br \/>\nKandelweg 8<br \/>\nD 78628 Rottweil<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:info@ichthys-consulting.de\">info@ichthys-consulting.de<\/a><br \/>\nInternet:<a href=\"https:\/\/www.ichthys-consulting.de\">www.ichthys-consulting.de<\/a><\/p>\n<td><a href=\"https:\/\/www.twitter.com\/WISSENAgentur\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/twitter-badges.s3.amazonaws.com\/twitter-b.png\" alt=\"Follow WISSENAgentur on Twitter\" height=\"23\" width=\"61\"\/><\/a>&#8230;..<g:plusone><\/g:plusone><\/td>\n<div id=\"fb-root\"><\/div>\n<p><script src=\"https:\/\/connect.facebook.net\/de_DE\/all.js#appId=140189509392698&amp;xfbml=1\"><\/script><fb:like href=\"https:\/\/ichthys-consulting.de\/blog\/?p=237\" send=\"true\" width=\"450\" show_faces=\"true\" font=\"arial\"><\/fb:like><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drittens, und dies ist die Hauptsache: Der pal\u00e4stinensische Diskurs setzt sich nicht mit der Tatsache auseinander, dass es arabische politische Entscheidungen waren, die das schlimme Ungl\u00fcck \u00fcber die pal\u00e4stinensische \u00d6ffentlichkeit brachten. 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